Eingewöhnung
Ein sanfter Übergang des Kindes vom familiären Umfeld in den Kindergarten ist von großer Bedeutung. Im Folgenden möchten wir Sie gerne über den genauen Ablauf der Eingewöhnung in unserem Kindergarten informieren.
Was Sie VOR der Eingewöhnung beachten sollten!
Ein guter Beziehungsaufbau zwischen Kind und Fachkraft benötigt ausreichend Zeit. Die Eingewöhnungszeit sollte nicht durch längere Pausen oder Urlaub unterbrochen werden. Bei der Dauer der Eingewöhnung orientieren wir uns an den Signalen, die uns das Kind sendet. Wir werden die Zeit, die das Kind in der Einrichtung verbringt langsam steigern. Bitte planen Sie deshalb ausreichend Zeit ein. Stress, zum Beispiel durch zu knappe Zeitplanung in Bezug auf Arbeitsbeginn, erschwert dem Kind diese Zeit unnötig. Die ersten Tage wird das Kind zu unterschiedlichen Zeiten die Einrichtung besuchen. So bekommen sie einen Einblick in den neuen Alltag des Kindes.
Die Eingewöhnung im Überblick
- Bitte planen Sie genügend Zeit ein. Die Eingewöhnung kann zwischen vier und sechs Wochen dauern
- Bitte planen Sie kein verlängertes Wochenende oder Urlaub in dieser Zeit ein
- Bitte überlegen Sie sich, wer die Eingewöhnung des Kindes begleitet. Ein ständiger Wechsel der Bezugsperson erschwert dem Kind die Orientierung. Ein Wechsel der Bezugsperson erfolgt nur in Absprache mit dem Gruppenteam
Der Ablauf der Eingewöhnung
Informieren und die Eingewöhnung vorbereiten
Zu Beginn der Eingewöhnung steht ein Gespräch zum gegenseitigen Kennenlernen. Hierfür bekommen Sie eine Einladung vom Gruppenteam.
In diesem Gespräch mit dem gesamten Gruppenteam können Sie Fragen stellen hinsichtlich der Einrichtung, der Strukturen, der pädagogischen Arbeit und dem Ablauf der Eingewöhnung. Sie können Wünsche, Erwartungen und Befürchtungen äußern.
Um die Verhaltensweisen Ihres Kindes besser zu verstehen, erfahren die Fachkräfte die Interessen, Vorlieben und Abneigungen des Kindes.
Der erste Tag
- Die Fachkraft nimmt Ihr Kind und Sie in Empfang. Gemeinsam suchen Sie mit Ihrem Kind einen Garderobenplatz aus und räumen die persönlichen Dinge des Kindes ein
- Die Fachkraft zeigt Ihrem Kind und Ihnen die Toilette/den Wickelplatz
- Sie erkunden aktiv mit Ihrem Kind den Gruppenraum, die Fachkraft wird Sie hierbei begleiten
- Pflegerische Tätigkeiten übernehmen Sie
In Kontakt treten und Beziehungen aufbauen
- Ihr Kind besucht die Einrichtung zu verschiedenen Zeiten, so lernen sie beide unseren Tagesablauf nach und nach kennen (Stuhlkreis, Frühstück, Gartenzeit, Mittagessen, Ruhezeit)
- Sie begleiten ihr Kind aktiv dabei. Die Fachkraft nutzt diese Zeit, um das Vertrauen Ihres Kindes zu gewinnen
- Pflegerische Tätigkeiten übernehmen Sie
- Nach 3 – 4 Tagen übernehmen Sie eine passive Rolle und bilden für Ihr Kind den sicheren Hafen. Bitte vermeiden Sie es in dieser Phase Ihr Kind überall zu begleiten. Die Fachkraft wird Sie hinzuziehen, wenn es die Situation erfordert
- Unterstützen Sie bitte Ihr Kind beim Loslösungsprozess – signalisieren Sie Einverständnis, ermutigen und motivieren Sie Ihr Kind!
- Pflegerische Tätigkeiten werden zunehmend von der Fachkraft übernommen, hier können Sie Ihr Kind gerne noch begleiten
Bereit für den Abschied
- Sobald Ihr Kind erstes Vertrauen gefasst hat, werden wir kurze Trennungsversuche einleiten, zum Beispiel etwas aus dem Nebenraum holen. Sie warten in dieser Zeit im Grupperaum auf Ihr Kind
- Wenn das Kind ausreichend Vertrauen gefasst hat, werden längere Trennungszeiten vereinbart. Jetzt verlassen Sie gegen Ende der Betreuungszeit für 5 – 10 Minuten den Gruppenraum, jedoch NICHT die Einrichtung
- Sobald Sie zurück kommen endet der Kindergartenbesuch
- In den nächsten Tagen werden wir die Trennungszeit schrittweise erhöhen
- Sobald Ihr Kind diese Trennungen sicher bewältigt, können Sie in Absprache mit der Fachkraft die Einrichtung verlassen. Bitten bleiben Sie in dieser Zeit UNBEDINGT telefonisch erreichbar und in der Nähe, so dass Sie in kurzer Zeit wieder bei uns sein können. Sie bekommen auf jeden Fall nach kurzer Zeit eine Rückmeldung, wie es Ihrem Kind geht
Die Einrichtung wird zum Alltag
- Ihr Kind nimmt aktiv am Alltags- und Spielgeschehen teil, die Verabschiedung verläuft harmonisch und es fühlt sich sichtlich wohl -> nun passen wir die Anwesenheitszeit schrittweise der Buchungszeit an
- Den Abschluss der Eingewöhnung bildet ein gemeinsames Reflexionsgespräch
Sauberkeitsentwicklung und Pflege
Vor allem der Bereich der Sauberkeitsentwicklung und Pflege ist sehr sensibel, da zum Teil Eingriffe in die Intimsphäre (zum Beispiel beim Wickeln) nötig sind. Es ist wichtig, dem Kind die größtmögliche Sicherheit und Macht zuzugestehen. Das Kind allein entscheidet, wird es in diesem Bereich unterstützt. In unserem Schutzkonzept haben wir deshalb spezielle Verhaltens- und Umgangsregeln festgelegt, die für alle Mitarbeiter binden sind. Im Rahmen der Selbstverpflichtung haben alle Mitarbeiter bestätigt sich jederzeit an den Verhaltenskodex zu halten.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Für eine unterstützende Sauberkeitsentwicklung ist es uns wichtig mit den Eltern eng zusammen zu arbeiten. Gegenseitiger Austausch über den Beginn und den gemeinsamen Umgang mit dieser, für das Kind wichtige Lebensphase, sind dabei erforderlich und hilfreich.
„Sauber werden“ ist ein Reifeprozess und lässt sich von außen nicht beeinflussen. Hierzu müssen mehrere Reifeprozesse beim Kind miteinander vernetzt werden. Erst dann wird das Kind selbst den Wunsch äußern Blase und Darm zu kontrollieren.
Der richtige Zeitpunkt zum Beginnen
Der richtige Zeitpunkt ist gekommen, wenn sich das Kind für die Toilette interessiert. Druck wirkt sich störend auf das Erlernen der Ausscheidungsfunktionen aus. Deshalb ist es uns wichtig, dass das Kind den Zeitpunkt, wann es trocken werden möchte, selbst bestimmt. Durch Beachtung der kindlichen Signale können wir entsprechend auf das einzelne Kind eingehen. Gemeinsam mit den Eltern besprechen wir, wie wir das Kind auf dem Weg zur Selbständigkeit unterstützen können.
Praktische Umsetzung
Das Einhalten der Intimsphäre des Kindes hat für uns oberste Priorität. Beim Wickeln beziehungsweise beim Toilettengang werden sie liebevoll umsorgt, gepflegt und unterstützt und erfahren somit emotionale Zuwendung. Ziel der Sauberkeitsentwicklung ist ein selbständiger Toilettengang und die Einhaltung der dazugehörenden Verhaltensweisen (abputzen, spülen, Hände waschen, …)
Körperpflege
Im Laufe der Zeit entwickelt das Kind ein immer stärkeres Bewusstsein für den eigenen Körper. Zu einem gesunden Körperbewusstsein gehört, sich um sich selbst zu kümmern. Dies beinhaltet für seine Körper zu sorgen und die entsprechenden Hygienemaßnahmen zu erlernen und selbständig für sich Sorge zu tragen.